Gelenkprobleme Hund - Was, wenn wir seit Jahren auf die falschen Anzeichen achten?
Gelenkprobleme beginnen beim Hund oft viel früher, als viele denken. Warum erste Warnsignale häufig übersehen werden und wie du sie besser erkennen kannst, erfährst du in diesem Artikel.
💡 Kurz gesagt:Am Ende dieses Artikels findest du eine kostenlose Checkliste, mit der du das Risiko deines Hundes selbst einschätzen kannst.
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Stell dir einmal Folgendes vor:

Ein kleiner süßer Junghund, etwa sechs Monate alt. Eigentlich ist er gerade in der Welpenstunde. Alle anderen Hunde flitzen über die Wiese, Jagen den Ball hinterher oder kauen sich gegenseitig ein Ohr ab. Und er sitzt einfach nur da. Schließlich legt er sich sogar inmitten dieses Trubels ab.
„Der weiß eben, wann gut ist!“, sagt die Hundemama dazu lächelnd.
Was sie nicht ahnt: Dieser junge Hund hat Hüftschmerzen.

Der ist doch aber noch so jung!
Lange schöpft niemand Verdacht. Und tatsächlich scheint es sogar besser zu werden.
Der Hund lernt, mit seinen Schmerzen umzugehen, sein Körper passt sich an. Er entwickelt Strategien, um das instabile Gelenk besser zu stabilisieren und Schmerzen zu vermeiden.
So vergehen Jahre, und aus dem Welpen wird ein erwachsener Hund.
Heute ist er acht Jahre alt.

Er springt nicht mehr gern ins Auto, die rutschige Treppe meidet er inzwischen. Nach wenigen Minuten Ballspielen reicht es ihm und morgens braucht er etwas länger, bis er richtig in Bewegung kommt.
Erst jetzt fällt seinen Menschen auf, dass etwas nicht stimmt.
Die Diagnose: Arthrose.
Verursacht durch eine Hüftgelenksdysplasie, die ihn sein ganzes Leben begleitet hat.
Diese Geschichte ist erfunden - Ihr Verlauf leider nicht
Das, was ich dir gerade erzählt habe, ist eine fiktive Geschichte.
Der Krankheitsverlauf dahinter entspricht jedoch dem, was viele Hunde mit einer Hüftgelenksdysplasie erleben.

Eine Hüftgelenksdysplasie (HD) ist eine angeborene Fehlentwicklung des Hüftgelenks. Dabei sitzt der Oberschenkelkopf nicht optimal in der Hüftpfanne. Das Gelenk ist dadurch weniger stabil.
Im Junghundealter ist die Muskulatur noch nicht vollständig entwickelt. Dadurch kann es leichter zu einer Instabilität im Hüftgelenk kommen – häufig zeigen sich in dieser Phase die ersten Beschwerden. Im weiteren Verlauf versucht der Körper, das instabile Gelenk zu stabilisieren. Unter anderem bildet sich festeres Bindegewebe (Fibrose). Viele Hunde wirken deshalb über längere Zeit wieder nahezu unauffällig.
Die Ursache ist jedoch nicht verschwunden.
Im Hintergrund verändert sich das Gelenk weiter.
Mit zunehmendem Alter bauen Muskulatur und Gelenkstrukturen ab. Die Belastung des Knorpels nimmt zu und viele Hunde entwickeln schließlich Arthrose.
Im Durchschnitt wird diese oft erst im Alter von etwa acht Jahren diagnostiziert.
Das Tragische daran: Arthrose ist beim Hund häufig keine reine Alterserkrankung.Sie ist oft die Folge einer Gelenkerkrankung, die viele Jahre zuvor begonnen hat.
Wie lange ein Hund bereits mit Schmerzen oder Einschränkungen gelebt hat, lässt sich im Nachhinein meist nicht mehr sagen.
Woran hätte man das früher erkennen können?
1. Auf Veränderungen achten
Achtung, jetzt kommt ein Satz, den du dir ins Poesiealbum auf ein Post-it an den Kühlschrank hängen oder sogar tätowieren kannst:
Jede Verhaltensänderung unseres Hundes verdient unsere Aufmerksamkeit, denn das ist seine Art der Kommunikation.
Vielleicht denkst du bisher:
„Der sitzt einfach gerne so.“
Frag dich stattdessen: Warum verlagert er immer wieder sein Gewicht? Könnte ihm diese Haltung unangenehm sein?
„Der läuft eben ein bisschen lustig.“
Frag dich stattdessen: Warum bewegt sich seine Hinterhand anders als bei anderen Hunden? Ist das wirklich nur eine Eigenart?
„Der ist aber reinlich.“
Frag dich stattdessen: Warum leckt oder knabbert er immer wieder an derselben Stelle? Gibt es dafür einen Grund?
„Der ist einfach zu faul für Treppen.“
Frag dich stattdessen: Warum meidet er die Treppe plötzlich? Was könnte ihm dabei Schwierigkeiten bereiten?
„Der wird eben älter.“
Frag dich stattdessen: Warum verliert er die Freude an langen Spaziergängen? Hat sich etwas verändert?
2. Das individuelle Risiko deines Hundes kennen
Nicht jeder Hund bringt die gleichen Voraussetzungen mit.
Einige Risikofaktoren, wie die genetische Veranlagung, können wir nicht beeinflussen. Andere – etwa Körpergewicht oder bestimmte Belastungen – dagegen schon.
Je besser du die individuellen Risikofaktoren deines Hundes kennst, desto besser kannst du Veränderungen einordnen und gemeinsam mit deiner Tierärztin oder deinem Tierarzt fundierte Entscheidungen treffen.
Genau deshalb habe ich eine kostenlose Risiko-Checkliste entwickelt.
Sie hilft dir dabei, wissenschaftlich bekannte Risikofaktoren Schritt für Schritt auf deinen eigenen Hund zu übertragen.
Du erfährst unter anderem:
- welches Risiko die Rasse deines Hundes trägt ( auch Mischlinge)
- Welche weitere Risikofaktoren zutreffen könnten
- und worauf es sich lohnt, künftig besonders zu achten
